Navigationsgeräte für Motorräder
Eine angenehme Vorstellung ist das: eine genaue Übersicht über Streckenverlauf, Dauer und Geschwindigkeitsprofile, verbunden mit einer Übersicht über alle Tankstellen und Pausengelegenheiten der Umgebung. Spontane Streckenänderungen bedeuten keine Umwege mehr, sondern Freiheit. Doch ob und wieweit ein Motorradfahrer bei voller Konzentration auf das Verkehrsgeschehen überhaupt eine Ablenkung durch ein Navi auf sich nehmen will, wird noch heiß diskutiert, aber auch darüber hinaus gibt es einige gravierende Unterschiede zum Navigationsgerät im Automobil.
Eines dieser Probleme bei Motorrädern ist die verkehrssichere Befestigung des Gerätes am Fahrzeug, ohne den Fahrer zu beeinträchtigen. Ein Motorrad Navigationsgerät, direkt auf das Motorrad montiert, ist der Witterung, dem Fahrtwind und anderen extremen Einflüssen ausgesetzt und daher anfällig. Ein weiteres nicht unerhebliches Problem ist die Stromversorgung des Geräteakkus und dessen Anschluss an die Maschine. Dauerbetrieb über Stunden ist bei den heutigen Akkulaufzeiten noch nicht vorgesehen und Motorräder sind serienmäßig noch nicht auf Stromabgabe an externe Geräte eingestellt. Ein wichtiger Punkt ist auch die Bedienbarkeit mit einem Motorradhandschuh.
Einige namhafte Hersteller haben diese Herausforderung inzwischen aber angenommen, Geräte speziell für Motorräder auf den Markt gebracht. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze und Ausführungen, bei denen die Systeme entweder fest auf dem Motorrad montiert sind, oder Geräte, die in oder auf dem Tankrucksack verstaut sind. Unterschiede gibt es auch in der Form, wie der Motorradfahrer Sprachmitteilungen des Navigationsgerätes aufnehmen kann. Eine Kabelverbindung über den Helm ist die eine Lösung, Bluetooth ist eine andere.
Der Umfang der Software bei den Motorrad-Navis ist weitestgehend zufrieden stellend. Das mitgelieferte Kartenmaterial ist gut, es fehlen aber noch motorradfahrerspezifische Komponenten wie etwa besonderes Kartenmaterial mit topographischen Informationen, Informationen zu Unfallschwerpunkten und dergleichen.
Die Preise für ein Motorrad Navigationsgerät liegen leicht bei 500 Euro und höher. Zwei Geräte, die bei einem ADAC-Test gut abgeschnitten haben, sind das Gerät GARMIN Zumo 550 Europa (Kostenpunkt bei ca. 600,- Euro) und das TOMTOM Rider 2 Europa (Kostenpunkt zwischen 450,- und 590,- Euro). Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt bei den Geräten und an weiteren Verbesserungen wird gearbeitet.
Rechte Alternativen zu Navigationsgeräten für Motorräder sind noch nicht in Sicht. Zwar erscheint es auf den ersten Blick als preisgünstig und einfach, die Navigation über ein Handy vorzunehmen, die sind auch bereits mit GPS-Navigation ausgerüstet , aber auch hier liegen die Probleme in den eingangs geschilderten spezifischen Belastungen beim Motorradfahren. Ein Lichtstreif am Horizont ist die Ankündigung namhafter Hersteller, dass ein Motorrad-Navigationsgerät schon bald erheblich günstiger zu haben sein wird.
